Anke

Ein ganz normales Leben

Wenn Anke keine Angst hat, fühlt sich rundum wohl und sicher. Würde jeden geradezu auslachen, der ihr irgendetwas von Angst erzählt. Noch vor ein paar Jahren bestimmte Angst ihr Leben. Vor Fremden. Vor Geräuschen und Lärm. Vor Betrunkenen. So sehr, dass sie ständig vor Angst zitterte und man sie für eine Alkoholikerin hielt. Anke ist traumatisiert. Durch den gewalttätigen Vater und ebensolche Lebenspartner. Sie entkam, doch die Spuren blieben: Wunden am Körper und Angst in der Seele. Behindert? Unfähig zur Arbeit? Sie könnte sich verkriechen, sich versorgen lassen. Doch Anke lässt sich von ihrer Angst nicht länger kleinkriegen. "Synapsenfehlsteuerung" und "Schleudergang" nennt sie ihre Angstzustände. In kleinen Schritten will sie jeden Tag mehr und mehr ein ganz normales, angstfreies Leben führen wie jeder andere auch.

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Anke will ganz normal leben. Ihre "Schleudergänge" gehören dazu.

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Anke erzählt von ihrem Leben in Angst. Woher sie kommt, wie sie ihr Leben beeinflusst und wie sie die Angst immer wieder bezwingt.

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Geht’s jetzt los. Hallo. Schön, dass sie da sind.
Tag!

Schön, dass Sie sich bereit erklärt haben, an dem Experiment teilzunehmen.
Mmh

Sind Sie sehr aufgeregt?
Ja! Also, mir ist schon bisschen anders, aber es geht schon.

Haben Sie schon mal so’n Interview gemacht?
Nein.

Aber Sie haben schon häufiger von sich erzählt, nehme ich an.
Ja, gewissen Personen. Da gehört schon ein gewisses.. Grundvertrauen gehört dazu, sag ich mal. Man geht ja nicht raus auf die Straße und erzählt irgendwem irgendwas.

Um sich öffnen zu können.
Ja.

Wie sind Sie denn heute hergekommen?
Zu Fuß.

Zu Fuß. Kommen Sie jetzt von der Arbeit, oder waren Sie noch zu Hause inzwischen?
Nein, ich komm direkt von der Arbeit. Wenn ich nach Hause gegangen wäre, hätte ich das vielleicht nicht geschafft.

Was hätte das schwierig gemacht?
Ja, wenn ich dann erstmal zu Hause bin, fällt es mir manchmal schwer, noch mal losgehen, aber es kann schon mal passieren, zu Hause ist’s ja sicher und seinen sicheren Ort verlässt man ja nicht so gerne. Und da gibt es manchmal dann Schwierigkeiten zu gehen.

Was macht Ihr Zuhause sicher?
Na, die Haustür. Die kann ich notfalls abschließen.

Die Haustür? Oder die Wohnungstür?
Die Wohnungstür. …Mmh … Ja. So auch dieser Wohlfühlfaktor. Ist ja auch ganz wichtig. …Mmhm. Es bringt ja nichts, wenn man ein Zuhause hat und fühlt sich da nicht wohl. Und wenn die Angst zu Hause zuschlägt, ist das natürlich kein Wohlfühlzuhause mehr.

Was müsste da so passieren, dass die Angst zuschlägt?
Jaaa… – das kann man nicht wirklich gut beschreiben. Ich bin da auch schon lange am Rätseln, sagen wir’s mal so: Ich überlege auch immer wieder, das ist genauso wie mit den Strategien, man hat Strategien, wow, man weiß jetzt damit umzugehen, und dann kommt die einfach wieder und dann ist die ganze Strategie weg. Die funktioniert dann auf einmal nicht mehr.

Was haben Sie für Strategien?
Na, anfangs – also, wenn ich diese Beklemmungsängste hab, dann hilft es mir halt, sehr viel rauszugehen, aber manchmal ist es halt auch so, dass die ganzen Geräusche, die eigentlich alltäglich und normal sind, dass die laut sind. Richtig laut. Also anstrengend. Und dann ist es halt nicht so schön draußen zu sein. Das ist also 'ne ganz schwierige Komponente mit umzugehen.

Was machen Sie dann?
Ja, ich versuch mich abzulenken, erstmal, dass ich dieses, dieses Angstgefühl wegkriege; wie zum Beispiel bei der Arbeit, das weiß ich zum Beispiel schon: Ich muss nur den Weg schaffen, an die Arbeit. Also, manchmal komm ich hier an, ich kann mich kaum halten, zittere und so, aber das legt sich dann wieder. Anfangs waren meine Vorgesetzten natürlich in Panik und dachten „Oh, wunders was“ und so; aber jetzt mittlerweile... ich wurde auch schon nach Hause geschickt, ja, weil die dachten, ich fall um, klar, war ja alles neu, ganz am Anfang. Aber jetzt mittlerweile, ja, machen wir da Witze drüber, also: „Ich hab meinen Schleudergang wieder mitgebracht“, oder, also, und wenn ich denn arbeiten kann, weiß, was ich machen kann und bin beschäftigt, dann beruhigt sich das wieder. Ja.

Das heißt, wenn Sie ankommen, dann sind Sie auf ‚nem hohen Angstpegel...
Ja, weil dieser Weg denn auch ganz schwer ist. Zu Hause weggehen, dann fängt man auch an nachzugucken, hab ich die Kaffeemaschine ausgemacht, ist das Wasser abgedreht zum Beispiel bei der Waschmaschine, und so ganz wichtige Sachen eigentlich. Dann guckt man halt alles noch mal nach, ja und manchmal muss man halt noch mal zurück, weil man sich in dem Moment nicht auf sich selbst verlassen kann. Man weiß, man hat das ausgemacht, aber irgendwas... ja, es könnte aber. Und dann muss man noch mal zurück um sich zu beruhigen. Aber ich hatte das anfangs so gemacht, und dem hab ich auch nachgegeben, dann war ich manchmal fünfmal wieder in der Wohnung, und jetzt zwing’ ich mich halt, das nicht mehr zu machen, wenn mich das halt so überkommt, diese Angst.

Dass sie nicht mehr nach Hause zurückgehen.
Nein. Also, es ist anfangs gewesen, da bin ich auch von der Arbeit nach Hause. Ich hab zwar morgens diesen Abschluss geschafft, aber es hat mich dann an der Arbeit so verrückt gespielt, dass ich dann in der Pause gebeten hab’, nach Hause gehen zu dürfen. Aber das ist jetzt... ja, da muss man sehr eisern sein. Wenn ich jetzt drüber nachdenke, könnte ich sofort aufstehen und gucken, ob alles aus ist. Aber denn muss ich jetzt sagen: „Nein, is jetzt nicht, wir sitzen ja hier.“

Ist es so eine wichtige Strategie für Sie, immer zu sagen, ich kümmere mich um das, was jetzt aktuell ist?
Ja, ich finde das schon sehr wichtig, weil, mmhm, wie soll ich das sagen, weil... also, ich schon immer sehr bestrebt, das, was mir aufgetragen – ist vielleicht das falsche Wort – also, wir arbeiten unten ja zusammen und jeder hat seine Aufgabe. Und ich möchte ja meine Aufgabe ja gern erfüllen. So, wenn ich aber dem jetzt nachgebe, dass ich da zu Hause was gucken muss, stelle ja sowieso wieder fest, hab ich ja sowieso ausgemacht, den Weg hätt’st Dir sparen können, kann ich meinen Aufgaben nicht nachkommen. Und da muss ich dann halt die Prioritäten setzen, geb ich jetzt dieser Angst nach, oder möcht’ ich meine Aufgabe erfüllen. Weil, wenn ich der Angst nachgebe, krieg ich meine Aufgabe nicht erfüllt und geh auch noch enttäuscht nach Hause, das muss ich ja denn auch noch mitnehmen. Also, das Negative wird ja dann eins mehr. Weil das ist ja auch nicht schön, wenn ich da dauernd von der Arbeit nach Hause laufe, ne? Das macht ein Chef ne Weile mit, aber ich glaube, irgendwann würde er dann auch sagen, oder, meine Chefin würde dann auch sagen, also komm ((NAME)), kriegen Sie das mal bitte in’n Griff.

Was sind Ihre Aufgaben?
Meine Aufgaben sind...

Wo arbeiten Sie...
In der Werkstatt. Also wir haben morgens, um viertel vor neun haben wir unsere Besprechung. Da besprechen wir, was tagsüber halt gemacht wird; ja, und dann ist es halt meine Aufgabe, das, was mir morgens zugeteilt wurde ... ich sag mal jetzt ein ganz banales Beispiel: wir nähen Pullover. Entweder muss da ‚n Ärmel ran, ne Kapuze, oder ‚n Bündchen. Und das besprechen wir halt morgens, was gemacht wird, jeder bekommt seine Aufgabe, und dann arbeiten wir das ab. Und wenn Fragen auftauchen, können wir natürlich unsere Fachanleiter fragen.

Haben Sie schon immer in dem Bereich gearbeitet?
Nein!

Was haben Sie früher gemacht?
(lacht glucksend) Gelernt hab ich Industrie-Elektronikerin, dann hab ich bei VW CNC, Drehmaschinen, alles Mögliche gefahren, hab dann die Chance gehabt, in den Beruf reinzuschnuppern, tja und dann.... wurd’ ich halt im Privatbereich eingesperrt, ja, so kann man das nennen; also, sobald ich irgendwie draußen war, hab ich, ... zu Hause, sagen wir mal in Anführungsstrichen, hab ich halt Druck gekriegt, Schläge und so was; also, das war egal, wo ich war, wenn ich einkaufen war oder so, denn hab ich irgendwelche Unterstellungen bekommen, und, ob ich da ja oder nein gesagt hab, ich hab sowieso die Schläge gekriegt, oder diese Unterstellungen.

Zu Hause war Ihr Elternhaus?
Na ja, das Elternhaus war genauso.

Oder die Partnerschaft?
Die Partnerschaft. Also das Elternhaus war schon so, da gab’s auch immensen Druck. Viele Schläge. Ja. Da bin ich dann mit ... fünfzehn, bin ich dann ausgezogen, zu jemand hin. Ja, das war dann auch nicht so rosig. Aber so hat sich dieses, diese ganze Gewalt, das hat sich eigentlich so doch ... durchs Leben gezogen.

Hatten Sie damals schon die Angst? Oder ist die dadurch entstanden? Wie würden Sie das einschätzen?
Also, da hab ich auch schon ganz oft drüber nachgedacht. Also diese Grundangst, wenn der Vater schreit, schlägt – klar, das ist normal, dass man da als Kind Angst hat. Aber so, dass ich jetzt Ängste entwickelt hab, ähm, rauszugehen oder dieses vor Geräuschen zusammenzucken, und das alles, oder manchmal gar .. überhaupt gar nichts mehr zu können, ich hab ja zeitweise nur zu Hause gesessen, ich konnt ja das Haus gar nicht verlassen, deswegen ist das was ganz großes für mich, dass ich jetzt auch arbeiten kann. Aber.... klar hat man schon immer irgendwelche Ängste gehabt, aber so dass das jetzt – wovor muss ich jetzt Angst haben – eigentlich gar nicht mehr. Und das ist eigentlich erst viel später zum Ausbruch gekommen. Ich würde sagen, dass das wirklich klar ist, dass ich Angstzustände hab’, ist jetzt vielleicht (zählt flüsternd) ... sieben bis acht Jahre? Und das war’n harter Kampf, das überhaupt mal .. dass das jemand erkannt hat. Also....

Jemand anderes? Oder Sie selbst auch?
Mhm, na ja, ich... ich hab für mich schon gemerkt, dass es gewisse Sachen gibt, die mir Angst machen: Fremde, Laute, Trinkende, so ... da hab ich schon gemerkt, das macht mir Angst, ich hab aber, selber hab ich das alles gar nicht so überbewertet; und dann hab ich schon gemerkt, dass ich zeitweise Einbrüche hatte, dass ich mich gar nicht mehr imstande fühlte, arbeiten zu gehen. Oder mit meinem Auto. Dann fühlte ich mich nur noch sicher im Auto. Dann nur schnell was einkaufen, so. Jetzt im Nachhinein, wo ich das wirklich einschätzen kann, weiß ich, dass das vielleicht schon Anzeichen waren; aber ich bin dann halt auch bei Psychologen und so gewesen, hab so Verhaltenstherapie, nennt man das glaub ich, damals nannten die das noch nicht so; aber dann ... ich wusste, das irgendwas nicht mit mir stimmt. War auch bei Psychologen und alles Mögliche, aber das hat keiner so richtig irgendwie erkannt, ich hatt’ ja keine Ahnung davon, ich wusste das ja auch nicht.

Wie haben Sie das ausgehalten, damals?
Puhh! Ja, wie hab ich das ausgehalten? Also ich hatte dann auch Fehlzeiten in der Arbeit, ist klar, weil ich mich nicht imstande gefühlt hab, Aber, ich sag mal, der hat mich da eingesperrt, und dann kam das ja alles Knall auf Fall, und da hab ich sowieso meine Arbeit verloren, weil der mich ja auch nicht mehr hat arbeiten gehen lassen, der war so eifersüchtig und alles, und dann hat er im gleichen Werk gearbeitet, hat mich da kontrolliert und alles, das war alles überhaupt nicht mehr tragbar. Und dann hab ich dann mit Kollegen, is ja klar, war’n Männerbetrieb, hab ich die Maschinen repariert oder irgendwas, na ja, und wenn der dann mit seinem Kollegen da vorbei kam und sah, wie ich dann in der Maschine am Reparieren war, was soll man anders an der Arbeit machen, na ja, dann gab’s dann zu Hause das Theater, ne?
Und die Schläge und.. ja, also..

Was haben Sie unternommen, um daraus zukommen?
Alles Mögliche. Ich hab versucht, nett und lieb zu sein. Na ja, und dann durft’ ich ja dann einkaufen, ich hatte ja zu der Zeit sogar ne eigene Wohnung, durfte einkaufen, ich ja alles machen. Aber ich hatte ja meinen Wohnungsschlüssel nicht und mein Telefon nicht. Also musst’ ich ja wieder zurück. Wo sollt’ ich hin?

Aber Sie haben es ja irgendwann geschafft, aus dieser Situation rauszukommen.
Ja, also. Der hat ja getrunken und da hab ich ihm dann immer Bier gekauft, ja, und wenn der dann betrunken war, hab ich dann – ich wußt ja, wenn der betrunken genug war, dass der dann auch mal 'n bisschen schläft. Und dann hab ich dann irgendwann mal – das hat ganz, ganz lang gedauert – irgendwann hab ich dann meinen Mut zusammen genommen und hab – das war sein Büro, oder sein Computerzimmer, kann man’s nennen – da hab ich dann meinen Mut zusammen genommen und hab ich angefangen, in den Sachen zu wühlen. Das ist überhaupt nicht meine Art, aber ich musste da rauskommen, ich wusste, dass ich da eingehe. Und dieser Drang, da rauszukommen,

oder diese Angst, dass der mich totschlägt, das war ja dann irgendwann viel stärker, ich musste ja irgendwie... Und da bin ich dann immer brav losgegangen, hab dem seinen Alkohol gekauft, heute kann ich drüber lachen... Und irgendwann hat er dann geschlafen und irgendwann hatt ich meinen Schlüssel und mein Handy; Handy war mir total unwichtig; ja und dann musst ich halt noch den richtigen Moment abwarten, Weil, wenn ich die Haustür vorne bewegt hätte, hatt’ ich einfach viel zu viel Angst, dass der hinterher kommt und mich packt. Ja und dann hab ich den wieder abgefüllt, klar, und dann hat er geschlafen, ja und den Tag hab ich mich auch noch nicht getraut, also, wie gesagt, das hat sich über mehrere Wochen hingezogen, und denn irgendwann bin ich raus, hab mein Telefon denn noch schnell angeschaltet, da noch vor der Haustür , hab die Tür, so leise es ging, zugezogen, bin losgelaufen, hab das Taxi im Loslaufen angerufen, hab gesagt, Sie müssen sich beeilen, Sie müssen ich beeilen, ich hab 'n ganz wichtigen Termin, können Sie sich bitte beeilen, hab da irgendwelches wildes Zeug denen gesagt, und der hat mich dann gefragt, wo ich wär, und ich sag, unterwegs und sie müssten mich holen und denn bin ich denn irgendwo an 'ner Straßenecke stehen geblieben und hab dem halt erklären können, wo ich bin. Ja und dann kam der Taxifahrer und dann hatt ich dann auch erstmal Angst einzusteigen und dann weiß ich nicht, das ging Knall auf Fall, dann bin ich in das Taxi und der hat mich nach Hause gefahren, und der hat ... klar hat der 'n paar Fragen gestellt, ich war ja klatschnass, völlig außer mir und alles; ich sag fah’n Sie, fahr’n Sie, fahr’n Sie mich nach Hause, bitte fahr’n Sie mich nach Hause, Sie müssen so schnell wie möglich nach Hause fahr’n. Ja und dann bin ich dann in meine Wohnung reingerannt, hab die Rollos runter gemacht, alle Türen zu, alles abgeschlossen und gemacht und dann saß ich da erstmal. Weiß ich nicht, wie lange, im Dunkeln. Bis meine Mutter dann irgendwann kam.

Das heißt, Sie sind dann irgendwann richtig abgehauen, kann man das so sagen?
Ja, weggelaufen, abgehauen.

Sie haben dann ja auch die Stadt gewechselt. Sind aus der Stadt richtig raus.
Das hab ich dann gemacht, weil, der ist dann immer wieder bei mir aufgetaucht. Ich hab mich in meiner eigenen Wohnung nicht mehr sicher gefühlt. Das war... ich konnte... da hatt ich ne Terrasse, da hab ich so gerne gesessen, das war auch so für mich so’n bisschen mein Ruhepol; klar kannt’ ich die Nachbarn, man sagt sich Guten Tag und alles, aber ich war nur noch abgeschottet in meiner eigenen Wohnung. Ich hatte die Rollos nur so ‘n ganz kleines Stück hoch, damit überhaupt Sauerstoff reinkam; na, und bis dann er Tag war, wo’s an der Tür klingelte. Ja, und da bin ich irgendwie... da hatt’ ich so 'ne Angst, da bin ich zusammengebrochen. Also, muss so gewesen sein, weil meine Mutter hatte 'n Schlüssel, Gott sei Dank, es hatte geklingelt (sie weint kurz/unterdrückt) ich hab an der Sprechanlage – ich nur noch dem seine Stimme gehört, ich hab gar nichts anderes mehr, ich hab gar nicht mehr, die Angst hat so zugeschlagen wahrscheinlich in dem Moment, ich hab den gehört und - das war meine Mutter. Und da bin ich denn irgendwie zusammengebrochen, ja so hat meine Mutter mich dann, ja so, wie hat sie gesagt, in einem desolaten Zustand gefunden, die hat gedacht, ich wär total betrunken und hat sich voll die Sorgen gemacht und alles und hat mich natürlich erstmal weggebracht, klar, aber da wurde das dann halt festgestellt.

Was wurde da festgestellt?
Dass ich nicht betrunken war, sondern dass das massive Angstzustände sind. Da wurd’ ich denn auch medikamentös erstmal eingestellt und so,

Wie kam es, dass Sie nach Berlin gekommen sind?
Weil mir das – also ich bin in XXXX schon mal umgezogen, ah, das kann man ja löschen, ja? Und XXXX hab ich auch schon mal gesagt

Das kann man ja rausschneiden
Also in meinem vorigen Wohnort bin ich auch schon mal umgezogen, aber das war mir alles nicht sicher genug. Ich musste für mich, um für mich damit zu Recht zu kommen, mich draußen wieder frei bewegen zu können, musst’ ich weg, weit weg. Das war mir klar. Weil ich war vor Ort 'n paar Mal umgezogen, das war mir alles nicht sicher genug. Und das war 'n ganz, ganz, ganz, ganz schwerer Schritt. Ich musste alles zurück lassen, Freunde, Familie, alles, was ich mir aufgebaut hatte.

Haben hier in Berlin einen Neuanfang gemacht.
Ja.

Kann man das so sagen?
Ja. Ja (seufzend)

Mit den Ängsten
Ja

Nach 'ner schweren Zeit.
Harte Zeit. Weil, ich hatte nicht mal meine Möbel, die hat mir denn meine Familie gebracht, Mutter, Bruder, also, das war 'ne sehr harte Zeit. Ich hatte 'ne Bekanntschaft, da hatt’ ich gewohnt, aber, ja gut, das war wirklich 'ne Entscheidung von... ich musste die treffen, ich musste weg. Ging nicht mehr. Weil mir bewusst wurde, dass ich da nicht sicher bin. Er ist immer wieder aufgetaucht, und immer wieder und immer wieder und deswegen hab ich dann irgendwann gesagt: weg! Ja, und in der Bahn, das war .... Hölle! Hölle! – fahr’n Sie mal fünf Stunden mit dem Zug. Keine Tür geht auf, nichts!

Wie ist das heute? Geht das heute besser?
Also, es gibt gute und es gibt schlechte Tage. Es gibt Tage, da würde ich Ihnen,... wenn mir einer was von Angst erzählen würde, das würde ich ihn auslachen. Aber ich weiß ja, dass es das gibt. An den guten Tagen – da würde ich trotzdem nicht bahnfahren. (kichert ein wenig) Weil, ja, da ist einfach kein ... da fallen viel zu viele Sachen vor. Und wenn ich mir dann vorstelle, ich soll da irgendwo in der Pampa stehen, also: muss ich mich diesem nicht aussetzen. Das ist mir denn doch zu heiß. Also ich mach dann lieber überschaubare Sachen. Alles im Leben kann man nicht überschauen, man muss sich jetzt auch nicht doof und dämlich denken, „Oh, was mach’ ich, wenn das passiert“ (in der Stimme Ängstlichkeit und Schrecken karikierend). Also, das mach ich auch nicht. Ich stelle mich den Sachen. Weil, wenn ich anfange, was kann alles passieren, denn spiel’ ich mich nur unnötig selber kaputt. Und mir sind am liebsten so spontane Sachen und ich bin froh, dass ich das wieder kann. Mal mehr, mal weniger, es gibt auch Tage, wo ich sagen muss: Oh, das wird mir jetzt zuviel. Aber ansonsten führe ich schon ein einigermaßen planbares, steuerbares, spontanes Leben,

Wie sieht so ‘n typische Tag aus, bei Ihnen? Gibt’s so was?
Ein typisch guter, oder ein typisch schlechter?

Erst mal ein typisch guter.
Na, ein typisch guter, da steh ich morgens auf, bin guter Dinge, und, ja, wie das für jeden anderen auch ist, so, man ist guter Dinge, man geht ganz in Ruhe arbeiten, na ja, duschen, waschen, ist ja klar, man geht ganz normal zur Arbeit, klar, gibt es äußere Einflüsse, dass vielleicht doch mal 'n Betrunkener da lang läuft oder so, oder irgend so was, aber das ist eigentlich so, wie jeder seinen Tag beschreiben würde. An der Arbeit läuft alles gut, gut, läuft nicht immer alles gut, das ist ja, ‚Tschuldigung, normal: ja, halt so ‘n angstfreier Tag, ich mein ... angstfrei gibt es eigentlich nicht; so’n gewisses, ja so’n inneres Unwohlsein, oder – ich weiß nicht, wie soll ich das beschreiben... Also, ich sag mal, ich hab mir das auch abgewöhnt, Angst vor der Angst zu haben. Ich weiß jetzt ungefähr meine Krisentage, da mach ich mich aber auch nicht verrückt, da versuch ich morgens aufzustehen, wie sonst auch, zu duschen, irgendwas zu machen, Frühstück, versuch da auch nicht drüber nachzudenken, weil die kommen von ganz alleine. Also, das ist ... so, wenn ich jetzt aber montags abends schon ins Bett gehen würde, und würde sagen nee, morgen ist ein Krisentag, um Himmels willen, da hast Du wieder Angst und was willst Du da machen, und dies und das, ja, dann hab ich von dem Montagabend aber auch nichts mehr.

Wann merken Sie, wann ein Krisentag ist?
Na ja, wenn ich morgens aufstehe, mich auf die Arbeit freue, wie immer, aber irgendwie nicht raus kann, das ist wie so ‚ne Blockade; ja, genau beschreiben kann ich das nicht.

Entscheidet sich das morgens beim Aufstehen schon? Oder kann das auch weiter im Lauf des Tages zu ner Krise wird; das Sie morgens denken, eigentlich ist es ein guter Tag und dass Sie dann abends sagen müssen: Nein, ich hab mich wohl geirrt, war doch kein guter Tag.
Ja, das kann schon mal passieren. Aber das Schlimme an der ganzen Sache find ich halt immer, wenn ich dann morgens aufstehe und mich ganz in Ruhe fertig mache, und auch Zeit hab, ich muss mich ja nicht beeilen, ich steh ja früh genug auf und das alles, und dieses ... dass dieses ... das kommt ja dann wie so ein Unbehagen, dass man merkt: Um Gottes willen! Wie soll ich das Treppenhaus runterkommen? Wenn ich zur Haustür rauskomme – was erwartet mich? Um Gottes Willen, wie komm ich über die Straßenbahnschienen? Und wenn da 'n Auto kommt. Und diese ganzen Sachen, die eigentlich völlig normal sind, was mach ich, wenn ich zur Haustür raus muss? Ich mach die auf und mach die zu. Ganz normales Verhalten. Was mach ich, wenn ich über die Straße muss? Ich gucke links, ich gucke rechts. So, ist es nur eine Fahrbahn, brauch ich nur links gucken. Was mach ich, wenn ich über die Bahnschienen will? Ich gucke links, ich gucke rechts, ganz normale Sachen, die sich dann aber irgendwie so erdrückend erweisen ... ich weiß nicht genau, wie man das in Worte fassen soll. So ganz normale Sachen erscheinen einem auf einmal – total schwer (sie macht einen Anstrengungs-/Schreckenslaut „Boah“ o.ä.)

Gibt es konkrete Dinge, von denen Sie dann Angst haben? Oder ist das so 'ne diffuse Angst?
Na, konkret hab ich Angst vor Betrunkenen. Klar.*
So wie in der Situation mit den Straßenbahnschienen zum Beispiel. Ist das die Angst, dass die Straßenbahn kommt, die Sie übersehen, oder gar nicht so konkret und schwerer zu beschreiben?*
Ja, ist es die Angst, sie zu übersehen, dann muss ich gucken, ne? Ja? Ich mein’: das nicht. Aber diese Höhle überhaupt, die Wohnung zu verlassen, würd’ ich sagen. Weil es ist ja viel einfacher, in der Wohnung zu bleiben, da muss ich ja keine Angst haben. Ja, das ist mir auch schon passiert: dass mich vielleicht vor der Haustür 'n Fahrradfahrer umfährt, weil der da wie verrückt langfährt, oder das mich die Straßenbahn anfährt, oder - klar kann ich zu Hause sitzen bleiben, dann brauch ich vor dem allen keine Angst haben - aber das möcht’ ich ja nicht! Mein Ziel ist ja, zu arbeiten, und Gott sei Dank hab ich so 'ne schöne Arbeit, die spornt mich ja auch immer wieder an, das zu schaffen, und da muss ich mich dem, ja, irgendwie stellen. Und dann passiert es halt, dass ich an der Arbeit mit 'nem Schleudergang ankomme, total zitternd und ... klar, früher hätt mir das noch mehr Angst gemacht, ich hab immer gedacht, ich falle um oder so und irgendwann hab ich gesagt, wenn ich auch umfalle, is auch schon passiert. Klar, hab ich mir dann begreiflich gemacht, ja, was is denn passiert, OK, Du hast 'n blauen Fleck gehabt, aber: bist doch wieder aufgestanden. Und so versuch ich das für mich halt zu kompensieren oder runter zu fahren. Und sage, na, wenn Du hinfällst, stehst Du halt wieder auf. Und läufst weiter. Ja. Ich meine, mir ist es auch schon passiert, dass ich nicht zur Arbeit reingehen konnte, weil mir das in dem Moment denn gruselig war – ja, dann bin ich noch mal 'ne Runde übern Hof und bin dann rein. Also man muss – bei vielen oder manchen Sachen muss man, wenn man diese schwierigen Tage hat, muss man halt mehrfach Anlauf nehmen. Man muss stark sein. Man darf halt einfach nicht aufgeben. Ja.

Klingt, als würde das schon Tag für Tag sehr viel Kraft kosten.
Das ist anstrengend.

Wo sind Ihre Kraftquellen? Wo kriegen Sie die Kraft her?
Na, die Arbeit gibt mir schon sehr viel Kraft. So – überhaupt, dass ich das wieder machen darf. Weil, ich bin ja auch ganz lange Zeitlang ... ja, bin ich so’n bisschen anders behandelt worden.

Wie anders?
Na ja, ich könnte ja nicht mehr arbeiten, mit den Angstzuständen, und gucken Sie doch mal hier, und die Medikamente, und das und alles – nee, Frau Möbel, Sie – lösch das mal – Sie können nicht mehr arbeiten gehen und das wird auch nix mehr und .. na ja, und dann irgendwann war das dann durch mit meiner Behinderung und das war dann auch noch mal ein Tiefschlag.

Der Tiefschlag, sich als behindert zu definieren?
Ja. Das war ganz schlimm. Zumal ich ja immer mit beiden Beinen im Leben stand. Ja

Was bedeutet für Sie der Begriff Behinderung?
Na ja, erstmal war das für mich.... Ich wusste ja, wie man mit Behinderten umgeht, war das für mich natürlich noch mal ein Schlag ins Gesicht. Das hab ich aus so niemand ... das würde ich auch nie niemand erzählen. Hab ich damals gedacht. Jetzt geh ich offen mit um. Sag ich allen Leuten: Ich hab ne Schramme, na und? Ich lebe noch. Das ist nun mal leider so, ich hätte auch schon tot sein können, ja, Also, geh ich mittlerweile locker mit um. Ja.

Sie haben vorhin von Beklemmungsängsten erzählt. Das klang so, als gäb’s verschiedene Typen von Ängsten, die Sie...
Na ja, wer sitzt schon gerne dicht an dicht in einer Reihe und kann da nicht raus?

Was gibt’s sonst noch für Ängste?
Enge Fahrstühle... ja, was gibt’s sonst noch für Ängste? 'S gibt ganz viel. Aber am schlimmsten ist halt die Angst, die man nicht beschreiben kann. So, wenn jetzt einer kommt und mir droht, dann kann ich sagen, (karikierend) Oh, Angst, Angst, der droht mir, oder, da kommt 'n schnelles Auto, und ich bin aus Versehen losgelaufen – Oh, das sind alles ganz normale Sachen, die kann man beschreiben, die kann man greifen. Aber wenn dann diese Angst davon, weiß ich nicht, von irgendwo da oben kommt und irgendeiner wie so 'ne Marionette da steuert, das ist unangenehm. Macht kein’ Spaß. Ja.

Das ist so’n Gefühl, wie fremdgesteuert, ferngesteuert zu sein?
Ja ich hab auch manchmal Tage, wo ich denn abends denke, wo ist der Tag hin? Der ist auf einmal ... weil man ja, sich ja eigentlich damit beschäftigt zu kämpfen, das nicht zuzulassen, zu bestehen, sag ich mal, weil, mal angenommen, ich brauch 'ne Selters aus dem Edeka, soll ich jedes Mal irgendwen anrufen: (karikierend) Oh ich hab so Angst, kann mir das mal einer holen? Nee, ist auch nicht so, das ist auch nicht so die beste Strategie. Zumindest nicht meine. Und das ist schon sehr, sehr anstrengend und wenn man dann halt den ganzen Tag da so am Kämpfen ist, so mit der Angst, dann ist man abends irgendwann zu Hause und denkt: Oh, wo ist denn der Tag hin? Also, da geht auch sehr viel Zeit verloren. Ja.

Was würden Sie jemand sagen, der da sagen würde, das kann doch nicht sein, Du kannst Dich doch zusammenreißen – würden Sie so jemandem, der da so gar keine Ahnung von hat, was Angst wirklich ist, beschreiben?
Ja, das sind alles Sprüche. Das kommt dann auch immer drauf an, was das für jemand ist, also, ja, wenn das jetzt so 'ne ganz überhebliche Person ist, so, denn brauch man mit dem kein Gespräch anfangen. Aber wie soll man die Angst beschreiben? Ja, also, ich sag ja meistens, so im Bekanntenkreis sag ich: Alles klar, ich hab heut wieder meine Synapsen-Fehlsteuerung. Ja (lachend), wie soll man das beschreiben? Das wüsst ich auch mal ganz gerne! Es ist ... schwer zu beschreiben, weil man – eigentlich führt man ein ganz normales Leben, genauso, wie jeder andere, mit allen positiven und negativen Seiten. Ich krieg genauso 'ne Rechnung in'n Briefkasten, wie jeder andere; ich krieg genau so 'ne Zeitung oder irgendwas in'n Briefkasten, wie jeder andere. Aber es gibt halt Tage, da kann ich – na was heißt: kann ich die nicht aufmachen; gibt ja da so'n paar Sachen, die man nicht so gerne kriegt. So. Ja, wie soll man das beschreiben? Dann hat man Angst, den Briefkasten aufzumachen, ja, was soll man machen? Wegrennen? Der Briefkasten hängt morgen noch da. OK, man kann ja erstmal einkaufen gehen. Deswegen muss man den trotzdem aufmachen. Also: Angst, ja, wie soll ich die beschreiben?

Kleine Aufgaben werden zu großen Herausforderungen?
Ja. Das ist ja der Weg zur Arbeit, genau. Der ist eigentlich, mein Gott, schließ die Haustür ab, geh rüber, bin ich da. Ja. ist eigentlich 'n Klacks. Aber wenn ich dann diese Angsttage habe, so wie ich die beschrieben hab – Um Gottes Willen, wie soll ich da rauskommen? Um Gottes Willen, wie soll ich über die Straße kommen? Ja.

Würde ich Ihnen ansehen, dass Sie einen Angsttag haben, wenn ich Sie unterwegs treffen würde?
Ja, leider, wenn ich hier her komme, hab ich ja dieses Zittern. Aber so, wenn die nicht gerade mal zuschlägt, auf keinen Fall. Ganz normal. Wie ich schon sagte, führ' ich eigentlich 'n ganz normales Leben. Ja.

Reagieren Menschen auf der Straße auf Sie?
Ja, also, mir ist das schon passiert, wenn ich da so zitternd durch die Straßen bin, dass mir gesagt wurde, Mädchen hol dir erstmal 'n Bier, dann biste ruhiger. Aber ich weiß auch, dass hier im Ort Alkohol sehr weit verbreitet ist und deswegen liegt das nahe. Anfangs war ich natürlich völlig erschüttert, das hat mir auch richtig weh getan, aber mittlerweile denk ich mal, kann ich da ganz gut mit umgehen. Ja. Weil, na gut das sind Vorurteile, ne? Es hat mich ja keiner gefragt, ob ich was getrunken hab und ich deswegen zitter, oder warum das ist. Sondern ich wurde gleich verurteilt. Und... weiß ich nicht, ich glaub, da muss ich mich nicht groß gegen wehren. Ja. Weil, das sind halt irgendwelche Fremde. Wichtig ist, dass der Bekanntenkreis Bescheid weiß...

... und da gehen Sie offen mit um.
Ja. Wie gesagt, ich komm da rein und sage: Hi Leute, ich hab wieder meine Synapsenfehlsteuerung und an der Arbeit auch; wie gesagt, am Anfang bestand halt die Sorge, dass ich umfalle und dies und das, war ja alles neu. Für die Kollegen an der Arbeit, für die Vorgesetzten an der Arbeit, weil, das war ja alles neu, es musste jeder ja erstmal gucken, wie kommt der mit dem anderen zurecht, was ist das alles überhaupt, das auf uns zukommt. Erst mal, meine Vorgesetzten mussten ja erstmal wissen, wie prägt sich die Angst bei mir aus, wie geh ich damit um? Und das war natürlich schlimm für mich, dass ich da nach Hause geschickt wurde. Also, da hab ich mich dann wieder so in meiner Behinderung wiedergefunden. Aber, ich hab dann auch wieder die Initiative ergriffen, und habe mit meiner Vorgesetzten darüber gesprochen, wie schlimm das für mich war; ja und jetzt passiert das auch nicht mehr. Also, das ist jetzt – das gehört einfach zum Leben dazu. Deswegen sagt ich ja schon: da machen wir denn unsere Witze. So – Frau Möbel kann sich erstmal ausschleudern, wir haben hier ne kniffellige Arbeit, denn krieg ich erstmal was zu fummeln, oder so – also es gibt da immer irgendwas zu tun, was ich denn in diesen kribbeligen Momenten machen kann. Aber nach Hause geschickt werd’ ich nicht mehr.

Aber zu Hause ist ja auch 'n sicherer Ort, so hatten Sie’s genannt, ne, der sichere Ort.
Ja.
*
Was macht den sicher? Wie sieht Ihre Wohnung aus?*
Schön! – Aber manchmal bin ich da auch nicht gerne, also, ich bin halt sehr gerne draußen, so einfach mal Enten füttern, oder... ja und dann versuch ich das auch, da einfach mal ganz in Ruhe zu sitzen, so, aber so zehn Minuten sitzen reichen mir dann schon (lacht verhalten)

Was passiert nach zehn Minuten?
Ja dann geh ich lieber spazieren und gucke, was es da sonst noch so gibt. Ja, also ich hab... dies, dieses – wie soll ich das sagen? Also ich möchte meinen Horizont auch immer irgendwie erweitern, weil – klar, könnt ich jetzt als Angstpatient zu Hause sitzen, alles mit dem Computer bedienen, mit dem Telefon mir irgendwas bestellen und... das wär natürlich, das wär natürlich total einfach und da könnt ich mich da hinter meiner Angst verkriechen und sitzen bleiben. Aber das möcht’ ich ja gar nicht. Ich möcht’ ja leben. Mir fehlt ja durch dieses Einsperren ganz viel vom Leben. Klar. Passt mir das nicht in'n Kram, dass ich jetzt erst mal gucken muss, wie ich mit der Angst umgehe, bevor ich vielleicht mal wirklich richtig leben kann, aber ich bin ziemlich, bin ich so schon zufrieden, dass ich meine Wohnung verlassen kann, dass ich – in Anführungsstrichen – keine Angst mehr haben muss, dass mich einer einsperrt, zusammenschlägt, drangsaliert, tyrannisiert, ja, niedermacht, also, ich bin einfach froh wenn die Sonne scheint, ich rausgehen kann, kann arbeiten, vielleicht dann doch mal irgendwo 'n paar Minuten mit Ruhe sitzen – also das ist für mich schon ganz, ganz groß, wenn ich überlege, dass der mich da fast totgeschlagen hat, und so ist es für mich. Ja, ist jeder Tag, wo ich angstfrei bin ist ein Geschenk.
*
Wenn Sie mal überlegen, es wäre drei Jahre später. Was würden Sie sich wünschen?*
Oh, das ist schwierig. Ich bin eigentlich zufrieden. Was ich mir wünschen würde, (längere Pause) – jetzt für mich eigentlich gar nichts.

Für andere?
So insgesamt, dass die Menschen wieder lernen, bisschen mehr aufeinander zuzugehen. Ich finde das ist, über die Jahre, ist das ein bisschen verloren gegangen. Ja. Das würde ich mir wünschen.

Und für sich selbst? Gibt’s keine Wünsche?
Ich wüsste keinen. Ich bin zufrieden, dass ich lebe, wie gesagt, also ich war ja schon mal fast tot, also; bin ich eigentlich froh für jeden Tag, wo die Sonne scheint. Aber so, dass ich mir jetzt wirklich was wünsche, dass ich noch lange arbeiten gehen kann!

Haben sie so was wie 'ne Lebensphilosophie?
Mhmmm. Was heißt das genau?

Irgend so'n Motto, an dem man sich festhält. Irgendwas wo man sagt, das ist das Wichtigste
(fällt ihm ins Wort) Nicht aufgeben! Egal, wie schlimm es einen trifft. Ja. Und wenn irgendwer sagt, ja, ich kann mich als Beispiel nennen. Ich hab ja in 'nem Rollstuhl gesessen, da stand die Chance 50:50 – nicht die fünfzig Prozent nehmen, die nicht gehen, sondern ganz fest an den fünfzig Prozent arbeiten, die gehen könnten. Ja. Na und mein Motto ist: Selber aufstehen, denn kommen tut keiner. Man kann schon mal um Hilfe bitten, aber man sollte sich nicht zu viel auf andere verlassen. Ja.

Das ist ja auch anstrengend. Wenn man sich immer so auf sich selbst verlassen muss...
Mhmm, ja, - in gewissem Sinne also, immer auf sich selbst verlassen – klar, es gibt Sachen, die kann man nicht alleine. Aber man sollte dann wissen, zum Beispiel, ja, wen man jetzt fragt, dass der einem 'n Loch in die Wand bohrt. So, ich brauch keinen fragen, der das nicht kann, weil, da reg ich mich ja nur auf. Da sollt ich schon wissen, wen ich da am besten frage, damit ich da auch stressfrei durchkomme. Also, nur immer auf sich selber verlassen geht auch nicht. Soviel Kraft hat man gar nicht. Man muss auch mal sagen: Hey, Mensch, kannst Du mir mal helfen.

Und Sie haben die Leute?
Ja, was heißt haben? Also ich habe überhaupt niemand, ich weiß, wen ich fragen kann. Ja. Haha (oder so ähnlich, vielleicht etwas sarkastisch-selbstironisch)

Im Sinne von Freunde haben...
Ja, doch, also, ja, ja. Und das sind auch Gottseidank so 'ne.. wie sagt man? Ja, Freundschaften, wo jeder sein Leben lebt, aber man halt weiß, wenn irgendwas ist, kann man den andern fragen. Und nicht diese Freundschaften: „(karikierend) Huh, du wolltest doch letzte Woche zum Kaffee kommen, wieso warst Du denn nicht da und willste nicht mal nächste Woche schon wieder...“ och, da wird ich verrückt, kann ich nicht. Muss ich nicht haben. Weil ich möchte einfach, das kleine Stück, was ich vom Leben hab, möcht’ ich jetzt, so’n Stück weit leben. Ich hab kein Problem damit vielleicht mal irgendwo Kaffee trinken zu gehen oder so, aber ich möchte’ mich nicht mehr anketten lassen. Ja.

Bedeutet das, dass Sie vorsichtiger geworden sind?
Na, auf jeden Fall!

Auf wen Sie sich einlassen?
Ich lass mich erstmal auf gar keinen mehr ein. (zwei verneinende Laute); also, ich denk mal, das sind auch – wie soll man das jetzt... kann man ja nicht voraussehen. Das ist jetzt so gesagt: Ich lass mich jetzt mal – ich bin da nicht jetzt „(etwas karikierend exaltiert) Um Gottes willen! Weg! Weg! Männer sind halt/halbe (?) Schweine“, nein, aber das sind halt Sachen, die ergeben sich. Da kann man jetzt nicht sagen: „(etwas expressiv) Nie wieder!“ Weil, mhhm, mal angenommen ich würde jemand kennenlernen, denn man lernt ja, weiß ich nicht, wie viel Leute am Tag kennen. Und jedes Mal würde ich sagen: „Um Gottes willen!“ Ja, dann hätt ich den ja schon verurteilt, obwohl der ja noch gar nicht den Mund aufgemacht hat. Und ich finde, das ist auch keine Art, mit jemand umzugehen. Aber so im Moment, ja – stellt sich die Frage mir einfach nicht.

Klingt auch danach, als würden Sie sich vom Leben auch gerne so’n bisschen überraschen lassen.
Na, auf jeden Fall! Ich bin ja froh, dass ich das wieder einigermaßen kann!

Wie passt das zur Angst?
Ja! Es gibt gute und böse Überraschungen, ne? Is wie bei jedem anderen, also.. Ja, wenn ich so überlege, wenn ich da so’n ganz banales Päckchen manchmal kriege und weiß nicht, wo’s herkommt, das ist mir schon nicht schön! Aber so ist das eigentlich mit allen andern Sachen auch, oder? Klar, wenn ich überlege, was alles passiert ist, so ne gewisse Vorsicht ist auf jeden Fall da; also, das ist nicht mal eben wieder hier so ... wie soll man das beschreiben, also, man ist schon vorsichtiger, klar. Auf jeden Fall. Aber ich versuche halt, das Vergangene Vergangenes sein zu lassen, und nicht so weiter ebend jemand ne Geste(?) oder so irgendwas macht, gleich wieder in Panik auszubrechen. Klar, gibt es Momente, wo ich 'n Schreck kriege, aber ... das geht schon.

Warum wollten Sie am Anfang, dass man in dem Film Ihr Gesicht nicht sieht?
Ja, aufgrund meiner ganzen Vorgeschichte. Also, weil ich ja nicht so wirklich weiß, wie der da tickt, der mich eingesperrt und verprügelt hat. Ich ja Knall auf Fall abgehauen bin, möcht’ ich auch nicht, dass mich vielleicht noch irgendwie findet. Ja. Weil ich glaub, der ist zu allem fähig.

Diese Angst begleitet Sie durch die ganzen Jahre, er könnte mich doch noch irgendwie finden?
Mmhhmm, also jetzt mal diese Angst als Begleiter nicht – denn müsst ich jeden Tag Angst haben, zur Haustür rauszugehen. Aber man muss niemanden, ähm, noch explizit auf irgendwas hinweisen. Ich bin jetzt weit weg gezogen, fühle mich für mich sicher, aber dann hätt’ ich ihm ja auch so Briefe zukommen lassen, was finanzielle Sachen anbelangt, wo, sind ja ganz viele Sachen nicht geklärt. Ich hätte ihn auch anzeigen können. Jetzt noch. Ich hätte gegen ihn vorgehen können und das alles. Aber, ich hab für mich gesagt, das ist alles passiert, ich bin froh, dass ich noch lebe, jetzt einigermaßen ein schönes Leben führe; also ich bin für mich zufrieden, und das möcht’ ich mir einfach nicht kaputt machen, nur weil da noch irgendwelche Schulden stehen, oder da... was bringt mit das? Dann würde ich vor Gericht müssen. Müsste mich wieder mit ihm auseinandersetzen und es sind schon so viel Jahre von meinem Leben dafür weg. Ich möcht’ jetzt einfach sagen, 'n Stück weit, das ist jetzt für mich und möcht’ ich mir einfach nicht damit kaputt machen. Ja. Das ist eher so der Hintergrund. Angst würde das auf jeden Fall machen. Ich müsste vor ihm, ich müsste ihm gegenüber sitzen im Gerichtssaal, oder alles, aber das ist mir das einfach nicht wert. Ich möchte das, was ich mir aufgebaut habe, nicht dafür auf’s Spiel setzen. Ja. (und seufzend) Ja.

Was würden Sie sagen, waren in den letzten Jahren Ihre größten Erfolge?
Na, die fuffzig:fuffzig, ich laufe wieder.

Was ist die fuffzich:fuffzich?
Na, fünfzig Prozent Rollstuhl, fünfzig Prozent laufen.

Wie kam es, dass Sie im Rollstuhl saßen?
Da hatt ich ein Salzmangel im Gehirn. Ja, und dann natürlich der Erfolg, dass ich wieder arbeiten gehen darf, kann, dass ich das schaffe, die lange Zeit – na ja, mal mehr oder weniger lang - anwesend zu sein, das zu schaffen; manchmal schaff ich’s auch Ausflüge mit zu machen, und ... ja, so, das größte ist für mich eigentlich, dass wieder lebe! So richtig lebe. Nicht körperlich, sondern so dass ich .. ja rausgehen kann, nicht nur die Sonne von drinnen sehe, und dass ich das schaffe, jeden Tag eigentlich meinen Mann zu stehen. Ja.

Die eigene Wohnung?
Ach, so, ja die, also, ich leg da nicht so viel Wert rein, weil die brauch ich ja. Also, ja, die ist halt ganz normal eingerichtet, so – da leg ich eigentlich nicht so viel Bewertung rein. Klar ist das schon schön, wenn ich morgens aufstehe, kann das Radio anmachen, gemütlich Kaffee trinken, so. So die kleinen Sachen, halt.

Und die Tatsache, dass Sie alleine in der Wohnung leben können, sind Sie da stolz drauf?
Ja, was heißt können? Ich bin froh, dass mir da keiner meine eigene Wohnung madig macht, ja, das ist super! Ja. Und aus Sicherheitsgründen, oder um mir ne gewisse Sicherheit zu geben, wissen das auch nur die Vorgesetzten an der Arbeit, wo ich wirklich wohne.

Sonst niemand?
Karin. Aber ansonsten möcht’ ich das nicht. Und wenn ich unterwegs jemanden treffe, oder so, ja denn geh ich mit ihm halt paar Meter weiter, also auf keinen Fall verabschiede ich mich vor dem Haus. Und schließ dann unten das Haus auf, oder so. Also, ich geh dann 'n paar Meter weiter, ja, wie mach ich das ... ich sage: ich geh noch ein paar Meter mit. So. Also da sind schon noch Ängste da. Auf jeden Fall. Ja.

Haben Sie Kontakt zu Ihren Nachbarn?
Ja. Ganz normal. Wenn man mal einen trifft. Aber das ist ‚n ganz normales Verhältnis. Da würd ich jetzt nicht sagen, dass ich irgendwie... na ja gut ... Angst würd ich jetzt nicht sagen. Nein. Auf keinen Fall. Die sieht man ja nie.

Wenn Sie an den Film denken, der gedreht wird, haben Sie bestimmte Szenen im Kopf, die Sie gerne drin hätten?
Na, erstmal wird mir da ganz schön schlecht, auf jeden Fall. (lacht verhalten) Na, bestimmte Szenen... also mir wäre es schon wichtig, mal rüber zu bringen, das sitzt natürlich sehr, sehr tief, so von wegen: Mädchen, trink mal einen, dann zitterst Du nicht mehr so viel, dass, ja, dass man irgendwie zeigt, klar ich bin hier behindert, aber irgendwie, guck mal, was ich hier mache. Das ich

eigentlich normal bin. Also, so wird mir das gesagt, dass ich völlig normal bin. Ja, und ich find es halt ganz, ganz wichtig, dass man niemals aufgeben darf. Obwohl ich auch Momente hatte, wo ich dachte, wofür? Wofür? Das war nicht egal, aber ich konnte das selber nicht so ... ja, ich konnte das nicht erkennen, wofür. Da hat mich dieses, dieses Kranksein, dieses Ängstlichsein, hat mich so runtergemacht, das ich gar nicht mehr gucken konnte, ey wofür mach ich 'n das. Klar dann hab ich keine Arbeit gehabt, und denn kamen noch Leute, die sagten, ich soll nicht arbeiten, ich kann nicht arbeiten und was weiß ich nicht alles. Ich bin heute heilfroh, dass ich auf gar keinen gehört hab. Oder mich an die Leute gewandt habe, die gesagt haben, hey Mensch, gib Dir noch 'n bisschen Zeit. Das war 'ne Aussage, mit der konnte ich für mich arbeiten. Aber das ich da aufgrund meiner Behinderung abgestempelt wurde und „Du und arbeiten?“ fand ich nicht schön. Ja.

Was würden Sie anderen raten, die in 'ner ähnlichen Situation sind?
Kämpfen! Nicht auf das erste hören, was der erste sagt, sondern immer wieder, egal, was es ist, ob es in Sachen Krankheit ist, in Sachen Arbeit – egal was das ist, niemals auf eine Person hören. Und, wenn man Medikamente verschrieben kriegt, auf jeden Fall nicht einfach alles schlucken. Denn ich habe jetzt nach - 2013 haben wir – nach zehn Jahren hab ich jetzt erfahren, weil ich doch zu nem andern Arzt gegangen bin: Ich hab’s falsche gekriegt! Hammer, ne? Hab ich Ihnen noch gar nicht erzählt. Ich war bei Herrn Pollex, sagt er, was haben Sie denn da gekriegt? Heftig, ne?

Welche Rolle haben Medikamente gespielt?
Ja, das … ist, um die Angst son bisschen... Sie sind lockerer, wie ich immer gesagt hab, lockerer, Runterfahrer, Müdemacher, hab ich immer gesagt. So, das ist aber nicht wirklich das, was dafür da ist, soll ja was geben, was einem diese Synapsen andockt, und dann Veränderungen, aber nicht irgendwas, was mich runterfährt.

Nehmen Sie jetzt noch Medikamente?
Na, ich muss! – was heißt, ich muss – ja doch, ich muss, um das ... also, wie soll ich das beschreiben ... ich muss – ich muss überhaupt nichts, aber es erleichtert mir vieles. Schön find ich das nicht, aber ich hab damit jetzt auch angefangen, bei Herrn Pollex, weil mir das alles keine Ruhe gelassen hat, und das und jetzt hab ich ein anderes Medikament bekommen. Ja. Und da gucken wir jetzt halt mal, wie das ist. Aber ich hab halt über Jahre lang die falschen gekriegt. Und das sind halt auch noch mal Sachen, die mich dann wütend machen. Weil eigentlich dann, geht man ja zum Arzt, und soll dem vertrauen. Man hat da ne Tonne Angst auf dem Buckel, und soll noch nem Arzt vertrauen.
Is schon alles so richtig, was der macht. Gut, dass ich’s nicht gemacht hab. Ja.

Sondern mehr auf sich selbst gehört haben.
Na, das ist immer wichtig, zu hinterfragen. Auf sich selbst gehört – mhmm – kann man ja nicht sagen, ich kann nicht irgendwo hingehen und sagen: hier hören Sie mal zu, der hat mir da die falsche Pille verschrieben. Sondern ich muss ja erstmal mir Rat einholen von Leuten, die sich auskennen, weil, wenn ich auf mich selbst höre, nee. Also, man muss schon gucken. Aber wichtig ist ein Kampfgeist und nicht aufgeben. Ja. Weil die Angst zieht einen runter, wie gesagt, ich würde heute noch in meiner Wohnung sitzen. Und könnte wahrscheinlich gar nichts mehr. Also das ist schon 'n harter Kampf. Wenn ich überlege, sonst hab ich die Haustür aufgeschlossen, eigentlich lustig, da lach ich heute drüber, ich hab die Haustür aufgeschlossen, eine... wirklich, wie so, wie auf brüchigem Eis, hab ich so versucht, so, ehrlich, das ist, eigentlich ist das überhaupt nicht lustig, wie auf brüchigem Eis, hab ich so geguckt, die Haustür und immer die Haustür und wieder rein. So hab ich das. Dann bin ich die erste Stufe gelaufen, hach!, wieder zurück, also das ist eigentlich überhaupt nicht lustig. Aber ich musste raus, ich wollte raus! Und irgendwann stand ich draußen und : OOOHH, ja, das ist nicht ohne. – Reicht das jetzt?

Wir haben jetzt ne Stunde. Gibt’s denn noch was, was Sie gerne loswerden möchten?
Ich möchte allen, die Angst haben, ganz viel Kraft und ganz viel Mut geben, das zu schaffen. Es ist zu schaffen. Aber in kleinen Schritten, das musst ich mir leider auch eingestehen. Das ist nicht von heut auf morgen. Aber jeder kleine Erfolg gibt einem wieder Kraft. Klar würde ich auch gern mit der Bahn einfach mal zu meiner Mutter fahren. Aber das sind ganz viele Kilometer, eine ganz lange Stecke, ich weiß nicht, ob ich zwischendurch aussteigen kann, und deswegen, das weiß ich momentan kann ich das noch nicht schaffen. Aber, ich fahre ein kleines Stück mit der Straßenbahn, da weiß ich, ich kann zwischendurch aussteigen, manchmal schaff ich eine Station, dann muss ich aussteigen, weil es mir zu eng ist, zu viele Leute. Dann steig ich wieder ein, dann kann ich vielleicht drei Stationen fahren. Also, man kann es schaffen. Man braucht viel Geduld, auch nicht meine Stärke, viel Geduld und Ausdauer. Ja.

Danke für das schöne Schlusswort.

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ich finde Ankes Geschichte toll und hat mir einiges über Inklusion beigebracht!

Lucia 02. Mar 2015